MONSTER UND SPAGHETTI

Ein semidokumentarisches Multimedia-Projekt

Workshopleitung Ulrike Korbach (Film), Charlotte Zilm (Theaterpädagogik)

Basierend auf dem Tool des Playback Theatre haben wir Geschichten und kurze Erzählungen von Begebenheiten aus dem  Alltag der Kinder  gesammelt, sie nachgespielt/gespiegelt/ zurück gespielt (played back) und so der Kita-Alltag reflektiert. Die Erzählenden waren gleichzeitig der Regisseur ihrer Geschichte. Wir haben zunächst wenig Requisiten benutzt, die Kinder haben alles selbst dargestellt, von der Seilbahn, auf der sie gefahren sind bis zum Feuer.  Ziel war es, dass die Kinder entdecken, was überhaupt eine Geschichte ist und dass ihr eigener Alltag sowie ihre Fantasie ausreichen, um eine interessante Story zu erzählen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Kinder mit einer Action-Cam und einem Audio-Rekorder experimentiert: Aufnahmen auf dem Außengelände der Kita und ihren täglichen Ausflügen in den nahen Hoeschpark gemacht. Die Aufnahmen wurden später als Videosequenzen für den Film genutzt oder dienten als Hintergrund für die Trickfilmeinheiten.

Erkundung des Bewegungsphänomens
Mit Hilfe von Phenakistiskop, Thaumatrop, Praxinoskop und Zoetrop haben die Kinder das Phänomen des bewegten Bildes erforscht. Dieses Prinzip konnten sie auf den Trickfilm anwenden.

Konstruktion der Geschichte
Zusammen haben wir überlegt, welche Elemente der Story mit welchem Mittel am besten gezeigt werden können. Wenn möglich haben die Kinder ihre Geschichten selbst gespielt, in einfachen, abstrakten Kostümen waren sie Feuer und Wasser oder Spaghetti und Tomatensauce. Daneben standen fantasiegeprägte  Szenen als Legetrick aus selbst gemalten oder gebastelten Hintergründen und Figuren.

Vertonung
Als letzten Schritt haben wir mit Alltagsgegenständen die Vertonung des Films gemacht. Hier kamen auch die Erfahrungen der Kinder mit den Audio-Rekordern zum tragen.


Leider konnten wir aufgrund der Corona-Schutz-Bestimmungen den Film dieses Jahr nicht im Kino zeigen. Dafür hatte er online seine Premiere beim MB21, dem deutschen Multimedipreis.

Ist unser eigenes Leben spannend genug, um eine gute Geschichte daraus zu machen?  Basierend auf der Methode des Playback Theater haben 19 Kitakinder Alltagserlebnisse gesammelt, sie kreativ inszeniert und einen im positivsten Sinne verrückten Film daraus gemacht. Eine tolle Idee, um das Leben von und mit Kindern zu reflektieren. (Zitat Jury MB21, deutscher Multimediapreis)

 

Laudatio der Jury MB21 (Deutscher Multimediapreis)

Monster und Spaghetti. Hier ist der Name Programm! Denn die Monster treiben ihr Unwesen mit Spaghetti. Oder ist es umgekehrt? Während die einen für Schreckmomente auf der Straße sorgen, raufen sich die anderen mit zum Leben erweckter Tomatensauce auf einer Sportmatte. Kurzum: Dieser Stopptrickfilm macht deutlich, dass hier wirklich alle mitgemacht haben und Spaß hatten. Geballter Kitaalltag mit Action-Cam. Die Kinder sprechen selbst vor der Kamera, manche zeigen sich, andere sind gemalt. Wir sehen Fragmente kleiner Geschichten, die aus Kindersicht erzählt werden. Dabei kommen unterschiedlichste Materialien zum Einsatz, was die Montage der kleinen Stories nur noch vielfältiger und lustiger macht. Den Kindern wird viel Raum gegeben sich auszudrücken, auch Verletzlichkeit wird dabei sichtbar. Ein tolles medienpädagogisches Projekt, das interkulturell und integrativ angelegt ist, ohne dass diese Absicht in den Vordergrund rückt. Ein guter Mix also aus Vorgabe und Freiraum – und ein vorbildliches Projekt für eine Auszeichnung mit dem Gruppenpreis.