TRICKU

In dem Projekt TrickU haben sich unterschiedliche Institutionen der kulturellen Bildung unter Trägerschaft von Kunstreich im Pott e.V. zusammengeschlossen, um ein Konzept für kulturelle Angebote mit Kindern und Jugendlichen der Dortmunder Nordstadt zu entwickeln. Partner waren die Uzwei im Dortmunder U, das FABIDO Familienzentrum Dürener Straße, der Fachbereich Schule sowie der Planerladen e.V. mit ihren Jugendtreffs JUKI und KEZZ.  Gefördert wird das Projekt aus Bundesmitteln im Rahmen des Programms Kultur macht stark.

Ziel ist, die Medienprojekte, die seit 2010 in Kooperation mit dem Familienzentrum Dürener Straße durchgeführt werden, für andere Altersgruppen zu öffnen und mehr Kinder- und Jugendliche zu erreichen. Ausgangspunkt ist das Lebensumfeld der Kinder. Hierfür haben die Beteiligten zunächst Bündnistreffen organisiert, um die Angebote mit einem roten Faden zu verbinden und trotzdem die Individualität der unterschiedlichen Institutionen zu berücksichtigen. 

Da der Hafen im Dortmunder Norden liegt, war das Jahres-Thema 2018 Piraten. Frei gefasst, bedeutete dies für die älteren Kinder, dass sie z.B. die Nordstadt mit Fotokameras und Tablet als „Urban Pirates“ erkundeten, aus den Fotos ein Brettspiel entwickelten und eine Fotostory. Weiterführung dieser Idee war die Youtube-Werkstatt 2019. Entsprechend des Youtube-Formats „10 Arten“ entstand ein Nordstadt-Erkundung. Kinder zeigen 10 Arten, in ihrem Viertel einen schönen Tag zu verbringen. Mit den Kleinsten entdeckten wir den Kita-Alltag neu und führten die Elemente in einem Piraten-Film zusammen.

Grundidee und Konzeptentwicklung

Durch Vorgängerprojekte bestand ein Kontakt zu dem FABIDO Familienzentrum Dürener Straße. Diese Kooperation, in der wir Medienkompetenz, Teamfähigkeit und Kreativität von Kindern zwischen drei und sechs Jahren seit 2010 in Trickfilmprojekten und seit 2013 zusätzlich in Foto-, Musik- und Erzählworkshops fördern, war Basis des Netzwerkes. In dem Projekt TrickU wollten wir nun Kinder anderer Altersgruppen zusätzlich ansprechen, da es für Kinder zwischen sechs und neun Jahren keine kostenlosen Medienangebote gab, so dass die Arbeit im Familienzentrum nicht als nachhaltig anzusehen war. Selbst im Dortmunder U war das minimale Alter zehn Jahre.

So haben wir nach weiteren Partnern der offenen Jugendarbeit im Dortmunder Norden gesucht.  Gemeinsam mit dem Fachbereich Schule, der Angebote im Rahmen des offenen Ganztags an Dortmunder Grundschulen koordiniert, entstand als erstes die Trickfilmwerkstatt im Dortmunder U. Kinder aus jeweils zwei Grundschulen der Dortmunder Nordstadt kommen ein Mal wöchentlich zusammen, um während eines Schulhalbjahrs gemeinsam einen Trickfilm zu drehen. Präsentation ist im U-Kino, um die Arbeit der Kinder wertzuschätzen  und die Eltern am Erfolg der Kinder teilhaben zu lassen.  Die Kooperation mit dem FB Schule bot die optimale Möglichkeit, Kinder in einer Struktur wie dem offenen Ganztag zu erreichen, ihnen Medienarbeit näher zu bringen, um sie dann in freien Angeboten der Jugendtreffs weiter dafür zu begeistern. So nahmen wir Kontakt zu den Jugentreffs JUKI und KEZZ des Planerladens auf. Das besondere Konzept dieser Einrichtungen besteht darin, auch Kinder und Jugendliche zu binden, die in anderen Einrichtungen nicht willkommen sind, weil sie z.B. Hausverbot haben.

Herausforderungen und Lösungen

Trickfilmwerkstatt im Dortmunder U: Bei der ersten Gruppe stellte sich rasch heraus, dass besonders die Kinder des ersten Schuljahres nach einem langen Schultag nicht mehr aufnahmefähig waren. Und auch mit  den Zweitklässlern war konzentriertes Arbeiten nur in Einzelfällen möglich. Einige der Jüngsten verließen das Projekt, anderen stellten wir Sitzsäcke zur Verfügung, damit sie sich bei Bedarf ausruhen konnten. In den Folgegruppen haben die begleitenden Betreuer daher hauptsächlich Kinder des dritten und vierten Schuljahres angesprochen und nur in Ausnahmefällen des Zweiten. Grundprinzip blieb aber, dass nur Kinder ausschieden, die dies selbst wünschten. Mit den BetreurInnen der offenen Ganztagseinrichtungen, die ihre Kinder begleiteten, haben wir abgesprochen, dass sie auf einen guten Mix in der Gruppe bei der Auswahl der Kinder achten, so dass einzelne Kinder, die sich schwerer in die Gruppe integrieren können, von dieser mit getragen werden.

KEZZ und JUKI:


im KEZZ sollte eine Erzählwerkstatt stattfinden. Die Kinder waren jedoch überhaupt nicht mit Büchern vertraut, so dass sie schwer zu motivieren waren, was sich in einer großen Fluktuation ausdrückte. Daher hat die Workshopleitung Geschichte vorgelesen. Unter anderem stand Pipi Langstrumpf auf dem Programm. Zudem wurden die von den Kindern selbst erdachten Geschichten als Fotostories realisiert. Durch den Einsatz von Fototechnik konnten wir das Interesse der Kinder gewinnen.

 

Im JUKI war die Aufmerksamkeitsspanne ebenfalls gering. Zudem gab es hier keinen Raum, der geeignet war, ungestört arbeiten zu können. Die Lösung bestand in einer Stadtteilerkundung. Die dabei entstandenen Fotos waren Ausgangspunkt für ein Brett-Spiel rund um die Nordstadt, das danach in Kleingruppen gebastelt wurde.