MUTTER LALOK UND IHRE TÖCHTER

Ein Dokumentarfilmprojekt

Dokumentarfilm über das LALOK LIBRE, vor allem über die Menschen im LALOK. Im LALOK gelingt das, was überall propagiert, aber selten umgesetzt wird: Gelebte Integration. Täglich versammeln sich bis zu 70 Menschen in der Einrichtung. Sie kommen größtenteils aus rumänischen, bulgarischen und syrischen Familien. Morgens findet Beratung in offiziellen Angelegenheiten statt: Ausländerrecht, Probleme mit dem Jobcenter, Schulden, Arbeitsverträge und Kündigungen. Mittags kommen die Kinder zum Essen, zu Hausaufgabenbetreung und Kreativangeboten. Was die Ersatzfamilie sonst noch leistet? Persönlichkeitsbildung, Trost bei Problemen innerhalb der Familie oder in der Schule, aber auch Erziehung mit klaren Ansagen. Zuständig für das gesamte Betreuungsangebot ist die griechische Familie Harontzas, ehrenamtlich in 2 Generationen. Mutter Venetia Harontzas führt ein strenges Regiment. Sie ist für alle da, wenn sie denn mitziehen. Morgens ab neun Uhr schließt sie das LALOK auf, berät, kocht, plant und erzieht. Unterstützt wird sie von Tochter Rosalia, die zur Zeit ihre Elternpause nutzt, um mitzuhelfen. Sie ist besonders wichtig, wenn englischsprachige Familien zur Beratung kommen. Denn Mama Venetia spricht kein Englisch. Dafür die Sprache, die ihr Klientel versteht: Raue, aber herzliche Worte. In der Mittagspause sowie nach Feierabend in seiner kleinen Schneiderei ist auch Georgios Harontzas mit von der Partie: „In den Ländern, aus denen die Familien kommen, ist der Mann etwas anderes als die Frau. Und wenn ich etwas sage, machen die Kinder das.“

Der Film focussiert auf die Mädchen im LALOK, die Venetia besonders am Herzen liegen. Traditionsgemäß werden sie schon als Teenager Mutter. Schule und weiterführende Bildung gelten als nicht so wichtig. Venetia versucht gegenzusteuern: „Manchmal denke ich, ich zeige den Mädchen hier eine Welt, die für sie nicht offen steht. Weil deren Welt sagt: Das ist unsere Tradition, du bist ein Mädchen, du musst heiraten, du musst Kinder kriegen. Aber vielleicht kann ich sie davon überzeugen, dass sie nicht sechs Kinder oder acht bekommen, sondern bei vier bleiben. Das ist schon ein Gewinn! Auch für die Gesellschaft. Denn für vier Kinder haben sie mehr Zeit als für acht.“